Diese Lebensmittel helfen dir, eine Erkältung schneller loszuwerden
Dienstagnachmittag kratzt es im Hals, abends wird der Kopf schwer, und am nächsten Morgen liegst du eingemummelt auf dem Sofa und fragst dich, wie ein winziges Virus dein ganzes Wohlbefinden so durcheinanderbringen konnte. Bevor du zur nächsten Packung Taschentücher greifst, lohnt es sich zu wissen, dass das, was du in den ersten Tagen isst und trinkst, wirklich einen Unterschied machen kann. Es gibt kein Wundermittel, das eine Erkältung über Nacht verschwinden lässt, aber ein paar altbekannte Hausmittel haben tatsächlich die Wissenschaft auf ihrer Seite.

Hühnersuppe, die Medizin unserer Großmütter

Unsere Großmütter lagen mit ihrem Glauben an die Hühnersuppe schon lange richtig, bevor jemand das im Labor untersucht hat. Eine bekannte Studie fand heraus, dass Hühnersuppe leicht entzündungshemmend wirkt und die Bewegung bestimmter weißer Blutkörperchen bremst, die für verstopfte Nase und Schleimbildung mitverantwortlich sind. Das heilt natürlich keine Erkrankung, kann aber die Beschwerden spürbar lindern, während dein Immunsystem im Hintergrund arbeitet.
Eine neuere Auswertung mehrerer kleiner Studien zeigte außerdem, dass Suppen mit Huhn, Gemüse und Kräutern mit milderen Symptomen und einer etwas kürzeren Krankheitsdauer verbunden waren. Grund dafür könnte auch die Aminosäure Cystein sein, die im Hühnerfleisch steckt und offenbar hilft, festsitzenden Schleim zu lösen. Am besten schmeckt und wirkt die Suppe heiß, mit reichlich Gemüse und einer Prise Pfeffer oder etwas Knoblauch.
Zitrusfrüchte und Vitamin C

Orangen, Grapefruits, Zitronen und Kiwis greifen die meisten instinktiv, sobald die Nase läuft, und dieser Instinkt ist gar nicht so falsch. Eine große Auswertung von über einem Dutzend kontrollierter Studien zeigte, dass eine regelmäßige Vitamin C Zufuhr die Schwere der Erkältungssymptome um etwa fünfzehn Prozent senken kann, verglichen mit einem Placebo. Eine weitere umfangreiche Untersuchung fand heraus, dass die Erkältungsdauer im Schnitt um fast zehn Prozent kürzer ausfiel, was über die Woche gerechnet durchaus spürbar ist.
Der Haken dabei ist der Zeitpunkt. Vitamin C wirkt am besten, wenn es schon vorher regelmäßig im Körper vorhanden ist, und nicht erst, wenn die ersten Symptome auftauchen. Es lohnt sich also, Zitrusfrüchte, Paprika und grünes Blattgemüse dauerhaft auf dem Speiseplan zu haben, auch wenn man sich gerade kerngesund fühlt, und sie bei einer Erkältung trotzdem weiter zu essen.
Knoblauch

Knoblauch gilt seit Generationen als Erkältungskiller, und auch wenn es weniger Forschung dazu gibt als zu Vitamin C, gibt es eine gut angelegte Studie, die dem Ganzen etwas Substanz verleiht. Über hundert Erwachsene nahmen zwölf Wochen lang während der Erkältungssaison täglich ein allicinhaltiges Knoblauchpräparat oder ein Placebo ein. Die Gruppe mit Knoblauch hatte deutlich weniger Erkältungen und insgesamt viel weniger krankheitsbedingte Tage.
Allicin ist die Substanz, die dem Knoblauch seinen intensiven Geruch verleiht und ihm eine mögliche immunstärkende Wirkung zuschreibt, allerdings entsteht sie erst, wenn eine Zehe gehackt, gepresst oder gekaut wird. Wer den Knoblauch schonend gart und erst gegen Ende der Garzeit hinzugibt, bewahrt mehr von diesem Wirkstoff. Als Geschmacksgeber in Suppen, Pfannengerichten und Saucen während der kalten Jahreszeit lohnt es sich also allemal.
Honig

Wenn dich ein hartnäckiger Husten plagt, könnte Honig eines der am besten belegten Hausmittel überhaupt sein. Eine große Übersichtsarbeit zu klinischen Studien bei Kindern ergab, dass Honig den nächtlichen Husten reduziert und für besseren Schlaf sorgt, und dabei teilweise sogar besser abschnitt als rezeptfreie Hustenmittel. Auch Mediziner der Mayo Clinic haben festgestellt, dass Honig ähnlich gut wirken kann wie Diphenhydramin, ein gängiger Wirkstoff in Hustensäften, allerdings ohne die müde machende Nebenwirkung.
Ein Löffel Honig in warmem Wasser, Kräutertee oder Zitronensaft vor dem Schlafengehen kann den kratzigen Hals beruhigen und den nächtlichen Hustenreiz lindern. Wichtig ist nur, dass Kinder unter einem Jahr niemals Honig bekommen sollten, wegen der Gefahr von Säuglingsbotulismus. Für alle anderen ist Honig ein einfaches und angenehmes Mittel, das seinen festen Platz neben klassischen Erkältungsmitteln verdient hat.
Zinkreiche Lebensmittel

Zink hat eine der stärksten wissenschaftlichen Grundlagen, wenn es darum geht, eine Erkältung zu verkürzen, allerdings stammen die meisten Belege aus Studien mit hochdosierten Lutschtabletten und nicht aus der reinen Ernährung. Übersichtsarbeiten zu mehreren Studien fanden heraus, dass ausreichend hoch dosierte Zink Lutschtabletten die Erkältungsdauer um etwa ein Drittel verkürzen können, und eine detaillierte Auswertung zeigte sogar fast drei Tage schnellere Genesung bei Zinkacetat Lutschtabletten im Vergleich zu Placebo.
Eine handvoll Kürbiskerne erreicht natürlich nicht die konzentrierte Dosis aus den Studien, trotzdem unterstützt eine ausreichende Zinkzufuhr über die Nahrung das Immunsystem im Alltag. Kürbiskerne, Rindfleisch, Kichererbsen, Cashews und Joghurt liefern von Natur aus viel Zink und sollten regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Wer bei akuten Symptomen gezielt Zink Lutschtabletten ausprobieren möchte, sollte laut Studienlage am besten schon in den ersten ein bis zwei Krankheitstagen damit beginnen.
Ingwertee

Ingwer wird seit Jahrhunderten in der traditionellen Medizin gegen Magenbeschwerden und Halsschmerzen eingesetzt, und auch wenn große Studien speziell zu Erkältungen noch fehlen, bestätigt die moderne Ernährungswissenschaft vieles davon. Frischer Ingwer enthält sogenannte Gingerole, die entzündungshemmend wirken und dabei helfen können, einen kratzigen Hals und die typischen Gliederschmerzen zu lindern. Schon die Wärme einer Tasse Ingwertee tut gut, wenn alles wehtut und die Energie fehlt.
Für eine einfache Tasse ein paar Scheiben frischen Ingwer etwa zehn Minuten in heißem Wasser ziehen lassen und danach Honig sowie etwas Zitronensaft dazugeben, für zusätzlichen Vitamin C Schub. Ingwer kann außerdem bei Übelkeit helfen, die manchmal im Rahmen einer Erkältung oder durch Medikamente auftritt. Er ersetzt weder Schlaf noch ausreichend Flüssigkeit, aber als tägliches Ritual tut er der Seele gut.
Wasser und andere Flüssigkeiten

Es klingt fast zu simpel, um es überhaupt zu erwähnen, aber ausreichend zu trinken ist eines der Wichtigsten, was du bei einer Erkältung tun kannst. Gerade wenn der Appetit fehlt, gerät man schnell ins Hintertreffen. Wasser hilft dabei, festsitzenden Schleim zu verflüssigen, hält den Hals feucht und unterstützt jedes System im Körper, während es gegen das Virus ankämpft, zumal leichtes Fieber den Flüssigkeitsbedarf zusätzlich erhöht.
Klares Wasser ist immer eine gute Wahl, aber auch Kräutertee, verdünnter Saft und Brühe zählen mit und sorgen nebenbei für etwas Trost. Am besten trinkst du über den Tag verteilt kleine Schlucke, statt große Mengen auf einmal hinunterzustürzen, weil das dem Magen oft besser bekommt. Die Farbe des Urins ist dabei ein guter Anhaltspunkt, hellgelb bedeutet meist, dass du genug trinkst.
Zum Schluss
Keines dieser Lebensmittel lässt eine Erkältung im selben Moment verschwinden, in dem du es isst, und das ist gut zu wissen, damit du am zweiten Tag nicht enttäuscht bist, wenn es noch nicht viel besser geht. Was sie können, ist die Symptome abzumildern, deinen Körper im Kampf gegen das Virus zu unterstützen und die Krankheitsdauer um vielleicht einen Tag zu verkürzen. Das ist eine ziemlich gute Rendite für eine Schüssel Suppe, eine Tasse Tee und ein bisschen Zitrone.
Wenn das nächste Mal der Hals kratzt, probiere es doch mit ein paar dieser Dinge, bevor du zur Hausapotheke greifst. Koch einen Topf Suppe mit viel Gemüse und etwas Knoblauch, stell dir eine Tasse Ingwertee griffbereit hin und vergiss das Wasserglas neben dem Bett nicht. Dein Körper wird es dir danken, und mit etwas Glück bist du schneller wieder auf den Beinen, als du dachtest.
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden solltest du immer einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.