Diese Lebensmittel stecken voller Vitamin C, nicht nur die Orange
Wenn man die meisten Leute fragt, welches Obst am meisten Vitamin C enthält, sagen fast alle sofort die Orange. Dabei liegt eine kleine grüne Frucht aus dem australischen Outback weit vorne, mit fast hundertmal mehr Vitamin C als eine Orange, und kaum jemand kennt sie. Diese Frucht heißt Kakadupflaume, und sie ist nur der Anfang einer richtig spannenden Liste.

Vitamin C taucht an Stellen auf, an die man gar nicht denkt, von winzigen roten Kirschen bis zu grünem Blattgemüse, das gerade im Kühlschrank liegt. Schnapp dir einen Kaffee, wir gehen die spannendsten Quellen durch.
Warum Vitamin C überhaupt so wichtig ist
Bevor es um die einzelnen Lebensmittel geht, lohnt sich ein kurzer Blick darauf, warum dieses Vitamin so gefragt ist. Es spielt eine große Rolle beim Aufbau von Kollagen, das die Haut straff und die Blutgefäße stabil hält, wirkt gleichzeitig als Antioxidans gegen freie Radikale und unterstützt ein starkes Immunsystem.
Erwachsene brauchen ungefähr 75 bis 90 Milligramm am Tag, Männer etwas mehr als Frauen, und in Schwangerschaft und Stillzeit steigt der Bedarf noch weiter. Viele ganz normale Lebensmittel reichen locker aus, um diesen Wert zu erreichen, manche außergewöhnlichen Sorten sprengen ihn sogar mit einer einzigen Portion.
Kakadupflaume: die wilde Frucht, die alles in den Schatten stellt

Die Kakadupflaume wächst an einem Baum im Norden Australiens, ihre Frucht sieht aus wie eine kleine Olive mit dünnem Fruchtfleisch um einen harten Kern. Frisches Fruchtfleisch bringt es auf zwölfhundert bis fast dreitausend Milligramm Vitamin C pro hundert Gramm, je nach Erntebedingungen manchmal sogar noch mehr. Eine einzige kleine Frucht kann also mehrere hundert Milligramm Vitamin C liefern.
Aborigine-Gemeinschaften nutzen diese Frucht seit Tausenden von Jahren, sowohl als Nahrung als auch in der traditionellen Buschmedizin. Neben Vitamin C stecken auch Kalium, Vitamin E sowie Antioxidantien wie Ellagsäure und Gallussäure darin, die zusammen mit dem Vitamin C wirken sollen. Frisch bekommt man sie außerhalb Australiens kaum, aber Pulver, Extrakte und Säfte werden online und in Bioläden zunehmend erhältlich.
Acerolakirschen: die Vitamin-C-Bombe der Natur

Acerolakirschen, manchmal auch Barbados- oder Westindische Kirschen genannt, wachsen an Sträuchern in Mittel- und Südamerika. Diese kleinen roten Früchte gelten als eine der reichsten natürlichen Vitamin-C-Quellen überhaupt, frische Acerola kann über fünfzehnhundert Milligramm pro hundert Gramm enthalten. Schon eine halbe Tasse rohe Acerola deckt fast neunhundert Prozent des Tagesbedarfs.
Spannend ist auch, dass Acerola nicht nur Vitamin C liefert, sondern auch Polyphenole und Bioflavonoide enthält, pflanzliche Stoffe, die die antioxidative Wirkung offenbar verstärken und dem Körper helfen, das Vitamin besser zu verwerten. Frisch findet man sie außerhalb tropischer Regionen selten, aber als Saft, Pulver oder in natürlichen Vitamin-C-Präparaten ist sie gut zu bekommen.
Amla: die uralte Superfrucht, die jeder kennen sollte

Amla, auch als indische Stachelbeere bekannt, ist seit Jahrhunderten fester Bestandteil der ayurvedischen Medizin in Indien, und moderne Forschung bestätigt inzwischen einiges davon. Je nach Sorte und Anbaubedingungen enthält frische Amla zwischen zweihundert und über siebenhundert Milligramm Vitamin C pro hundert Gramm. Selbst am unteren Ende dieser Spanne deckt eine Portion schon den kompletten Tagesbedarf.
Besonders interessant ist, dass das Vitamin C in Amla ungewöhnlich stabil bleibt, auch beim Trocknen und Kochen hält es sich besser als erwartet. Verantwortlich dafür sind wahrscheinlich Tannine und andere Pflanzenstoffe, die das Vitamin C schützen. Amla schmeckt für sich genommen sehr sauer und herb, deshalb findet man sie meist als Saft, getrocknetes Pulver, Pickles oder im traditionellen Mus Chyawanprash.
Guave: die tropische Alltagsfrucht mit echter Power

Guave wird viel zu oft übersehen. Diese tropische Frucht mit ihrem süß-säuerlichen Geschmack liefert etwa viermal so viel Vitamin C wie eine Orange, eine einzige Guave deckt locker den gesamten Tagesbedarf eines Erwachsenen. Dazu hat sie kaum Kalorien, unter fünfunddreißig pro Portion, schmeckt aber fast wie ein Dessert.
Neben Vitamin C liefert Guave auch reichlich Ballaststoffe für die Verdauung sowie Antioxidantien wie Lycopin. Mittlerweile bekommt man sie frisch in vielen Supermärkten, geschnitten im Obstsalat, püriert im Smoothie oder einfach wie einen Apfel aus der Hand gegessen. Wer sie noch nie probiert hat, sollte hier unbedingt einsteigen.
Rote Paprika: kein Obst, aber trotzdem ganz vorne mit dabei

Eine Tatsache, die viele überrascht: Eine rote Paprika enthält mehr Vitamin C als die meisten Zitrusfrüchte, etwa 127 bis 128 Milligramm pro hundert Gramm, mehr als doppelt so viel wie eine vergleichbare Menge Orange. Interessanterweise steigt der Vitamin-C-Gehalt einer Paprika mit zunehmender Reife, weshalb rote Paprika deutlich mehr enthält als ihre grünen Verwandten.
Paprika liefert außerdem viel Beta-Carotin, aus dem der Körper Vitamin A herstellt, dazu zahlreiche weitere Antioxidantien, die Augen und Haut unterstützen. Sie ist unglaublich vielseitig, roh im Salat, geröstet als Beilage oder in Streifen zum Dippen. Da rote Paprika bei langem Erhitzen etwas Vitamin C verliert, bewahrt roh oder kurz gegart mehr von dem wertvollen Nährstoff.
Kiwi und Erdbeeren: die Vitamin-C-Quellen, die schon im Kühlschrank liegen

Man muss nicht nach exotischen Früchten suchen, denn zwei der bekanntesten Obstsorten im Supermarkt sind stille Vitamin-C-Champions. Kiwi steht Zitrusfrüchten in nichts nach und unterstützt zusätzlich eine gesunde Blutplättchenfunktion, was das Risiko für Blutgerinnsel senken kann. Unter der pelzigen braunen Schale versteckt sich ein leuchtend grünes Inneres, das genauso nahrhaft wie hübsch anzusehen ist.
Erdbeeren sind ein weiterer Alltagsheld, mit rund fünfundsechzig Milligramm Vitamin C pro hundert Gramm bei nur etwa zweiunddreißig Kalorien für dieselbe Menge. Damit gehören Erdbeeren zu den effizientesten Vitamin-C-Quellen ohne große Kalorienlast. Beide passen wunderbar ins Frühstücksmüsli, in den Smoothie oder einfach direkt aus der Schale in den Mund.

Brokkoli und Grünkohl: Vitamin C aus der Gemüseabteilung

Vitamin C ist längst nicht nur eine Sache von Obst. Kreuzblütler wie Brokkoli liefern erstaunlich viel Vitamin C pro Portion, und regelmäßiger Verzehr wird in Studien mit einem geringeren Risiko für bestimmte chronische Erkrankungen in Verbindung gebracht, auch wenn die Forschung hier noch weitergehen muss. Brokkoli bringt außerdem Ballaststoffe, Vitamin K und viele weitere Nährstoffe mit.
Auch Grünkohl verdient einen Platz auf der Liste, eine Tasse gekochter Grünkohl liefert eine ordentliche Portion Vitamin C sowie große Mengen Vitamin K und die augenfreundlichen Antioxidantien Lutein und Zeaxanthin. Beide Gemüsesorten behalten mehr Vitamin C, wenn man sie dampfgart oder kurz anbrät statt lange kocht, da Vitamin C wasserlöslich ist und beim Kochen ins Wasser übergeht. Rohes Essen, schnelles Anbraten oder Rösten schützen den Nährstoff am besten.

So bekommst du ganz einfach mehr Vitamin C in deinen Alltag

Genug Vitamin C zu bekommen braucht weder Nahrungsergänzung noch exotische Superfrucht-Pulver, auch wenn beides Spaß machen kann. Eine bunte Mischung aus Obst und Gemüse über den Tag verteilt reicht völlig, statt sich nur auf eine Quelle zu verlassen. Frisches Essen statt Konserven hilft ebenfalls, denn Vitamin C baut sich mit der Zeit und durch Wärme sowie Licht ab.
Auch die Wahl von ganzem Obst statt Saft macht einen Unterschied, weil beim Entsaften die Ballaststoffe verloren gehen, die eigentlich zum Vitamin C dazugehören. Aus natürlichen Quellen ist Vitamin C übrigens auch in größeren Mengen unbedenklich, während sehr hohe Dosen aus Nahrungsergänzungsmitteln manchmal Magenprobleme verursachen können. Ein bunter Teller mit Paprika, Zitrusfrüchten, Beeren und Blattgemüse reicht völlig aus.
Vitamin C ist eines dieser Nährstoffe, bei denen sich Abwechslung mehr lohnt als eine einzige fixe Idee. Man muss nicht extra Kakadupflaumenpulver oder Amla-Extrakt suchen, um gute Mengen davon zu bekommen, auch wenn beides zum Ausprobieren spannend ist. Leg einfach heute noch ein weiteres buntes Stück Obst oder Gemüse auf den Teller und lass deinen Körper davon profitieren.